Meinereiner – über mich


Es waren die frühen 70er Jahre, als ich mich dem Dreirad entledigte und dem Zweirad zuwandte, mein Gott, ist das lange her.

Laufräder für Kleinkinder kannte man damals noch nicht, eigentlich schade, denn ich erachte sie als ungemein praktisch, sie sind wohl das ideale Lernmittel, um das Radfahren zu erlernen. Einen Tretroller konnte ich leider nicht mein eignen nennen, darauf musste ich noch etwa 40 Jahre warten, doch dazu später mehr.

Klappräder waren in den 70er Jahren sehr verbreitet, man nannte sie damals auch noch Klapprad, während man heute von Falträdern spricht, die jedoch nicht mehr viel mit den damaligen Rädern zu tun, doch auch dazu später mehr.

Viele Klappräder begleiteten meinen Weg der Kindheit und frühen Jugend, ich bastele sie mir vom Sperrmüll bei uns im Dorf zusammen, wie auch andere Räder, meist sehr alte Räder. Es war eine schöne Zeit und eine noch schönere Beschäftigung, wunderbare Erinnerungen hängen an dieser Zeit. Bis jetzt waren mir Schaltungen noch fremd, ich kannte nur eine feste Übersetzung. Die Anpasung der Übersetzung durch angepasste Ritzel und Kettenblätter war damals kaum möglich, zumindest nicht für mich.

Einen Quantensprung stellte für mich die erste Schaltung dar, die ich, unerfahren wie ich war, nicht als solche erkannte, denn es handelte sich um eine Sachs Duomatic. Ich hatte das eingespeichte 20″ Hinterrad vom Sperrmüll, er fiel mir auf, weil mit einem breiten Stollenreifen bereift war, wie man sie damals auf den Bonanza Rädern fuhr. Heute müsste man sich dafür schämen, doch damals war das der Traum aller Jungs, ganz stolze Besitzer hatten auch einen Fuchsschwanz dran 🙂

Wie dem auch sei, ich hatte nie ein solches Rad und das war vielleicht auch besser so. Statt dessen verbaute ich das vom Sperrmüll stammende Hinterrad in mein Klapprad Typ Neckermann/Quelle Versand, wie sie eben damals waren. Das Fahrverhalten kam mir sehr sonderbar vor, einmal trat es sich leichter, einmal schwerer, ich konnte mir das nicht erklären, doch dann entdeckte ich den Trick, in der Nabe befand sich eine 2-Gang Schaltung, die mittels Rücktritt-Bremse geschaltet wurde. Heute bin ich eine Stufe weiter, so kann ich nun die Duomatic Nabe von der Automatic Nabe unterscheiden, denn letztere schaltet automatisch in Abhängigkeit der Geschwindigkeit. Heute baut und vertreibt SRAM die automatische 2-Gang Nabe unter dem Namen AUTOMATIX. Ich fahre die Nabe inzwischen in einem modernen Urban Bike, wie man neudeutsch sagt, ich bin sehr damit zufrieden.

Zurück zur Jugend, viele Schraubereien an Fahrrädern folgten, gerne rüstete man damals Klappräder auch mit Rennlenkern aus, denn Rennräder gab es für uns nicht.

Die Klapprad-Ära fand ihr Ende und der Fortschritt kehrte ein, meine Jugend bescherte mir ein klassisches Herrenrad, natürlich mit der damals üblichen Sachs Torpedo 3-Gang Nabenschaltung. Es war ein Quelle Versandhaus Rad, die Hausmarke „Mars“, viele Jahre begleitete mich das grüne Rad, teilweise auch mit einem kleinen Anhänger an einer Kugelkopfkupplung an der Sattelstütze, die hatte ich zuvor auch schon an einigen Klapprädern. Mit dem Anhängerchen transportiere ich allerlei hinter dem Fahrrad.

Ich wurde älter und bequemer, mit 15 Jahren konnte man damals den Mofa Führerschein erwerben, dazu musste man einen Fragebogen ausfüllen, bei uns fand das in der Schule statt, in die der TÜV Prüfer dafür kam. Unterricht und Fahrstunden waren nicht erforderlich, etwa 20,- DM zahlte man dafür.

Zunächst blieb es beim Fahrrad, mit etwa 16 Jahren konnte ich mir dann ein gebrauchtes Vespa Bravo Mofa leisten, welches selbtsverständlich nicht „frisiert“ war und auch von mir nicht frisiert wurde, dafür aber mit Helm gefahren. Heute würde man sich dafür vielleicht schämen, ich tat es damals nicht und würde es heute auch nicht tun, die Bravo war ein ganz tolles, zuverlässiges und pflegeleichtes Mofa, dazu der sehr saubere Antrieb mittels Keilriemen. Das Mofa musste nun etwas durchhalten, denn mein Traum waren die BMW Boxer Motorräder, wie dieses hier. Mit meinem 18. Lebensjahr erwarb ich die Führerscheine der damaligen Klasse 1 und 3, wobei der damalige 1er Führerschein noch unbegrenzt war, einer der letzten im Jahr 1985.

Fahrräder spielten nun keine Rolle mehr für mich, ich durfte mich wohl zu den sehr guten BMW Kunden zählen, fuhr viele BMW Motorräder, und so erhielt ich als kleine „Aufmerksamkeit“ ein faltbares MTB geschenkt, es dürfte um etwa 1996 gewesen sein, als BMW dieses Rad unter dem eigenen Markenzeichen anbot, gebaut wurde es von Montague. Ein 26″ MTB mit Stahlrahmen, ungefedert, Diamantrahmen, der aber um das Sitzrohr herum klappbar war. Entnahm man dazu das Vorderrad, past das Rad problemlos in den Kofferraum meines Smart, der ab 1998 angeboten wurde. Das BMW Rad war sehr schwer, Daten habe ich dazu aber leider nicht mehr, ich fuhr auch nicht viel damit, hing noch zu sehr am Motorrad.

Ende der 90er Jahre zog ich mit vom Motorradfahren zurück und wandte mich anderen Dingen zu, u.a. auch den Fahrrädern, so begann ich nun mit dem BMW Rad zu fahren, hatte aber nicht wirklich Freude daran, es war zu träge. Inzwischen auch beim Camping angekommen, interessierte ich mich für Falträder und informierte zu den verschiedenen Konzepten und Marken. Mein Fokus richtete sich immer stärker auf die Firma Riese und Müller aus Darmstadt aus, die schon damals das „Birdy“ anbot, ich entschied mich für das günstigste Modell, Bordy red genannt, mit einer 7fach Shimano Kettenschaltung.

Die 7 Gänge reichten mir bald nicht mehr, als ich beim Camping den Harz und seine Steigungen entdeckte. Ich dachte an die Anschaffung den Birdy blue mit 3×8 Gängen und der SRAM DualDrive Schaltung, doch war der Preis zu hoch und und die Inzahlungnahme des Birdy red zu unattrativ, ich rüstete daher das Hinterrad meines Birdys auf die SRAM DualDrive 3×9 Schaltung um und war damit dann sehr zufrieden.

Meine Interesse am Fahrrad wuchs, so folgten viele weitere Räder, zunächts auf die Firma Riese und Müller geprägt, denn ich setzte sehr auf deren qirklich qualitative und sehr komfortable Räder.

2005 folgte von Riese und Müller das recht kleine 12″ Faltrad „Frog 7-Gang“ (Nexus Nabe), sowie als Ersatz für das Birdy red auch ein ein 18″ Birdy white mit der 9-Gang Shimano Capreo Kettenschaltung. Als Trekkingrad folgte 2005 auch ein Riese und Müller Delite silver 3×9 Gang und danach auch noch ein Homage, letztlich kam ich dann auch zum Riese und Müller „Equinox“ yellow Sesselrad. Das Equinox war höchst komfortabel, aber auch nur das, sportlich konnte man damit nicht fahren. Die Besonderheit an diesem Rad war die elektronische und automatische Shimano 4-Gang Nabenschaltung.

Inzwischen war ich mit meinem Interesse auch bei Sessel- und Liegerädern angekommen, an dem Equinox hatte ich nicht viel Freude, es war mir zu träge, so kam ich dann 2005/2006 zum HP Velotechnik Grasshopper Kurzlieger, sah mich anfangs jedoch nicht in der Lage, dieses Liegerad auch kontrolliert zu bewegen. Ich entschied mich für das Modell mit Oberlenker, der einfach in der Handhabung ist, dennoch waren allerlei Fahrübungen auf einem leeren Parkplatz nötig, bis ich mich mit dem Rad auf die Straße traute. Einmal Vertrauen gefasst, machte das Rad richtig Spaß und wurde mir bald zu träge, da vollgefedert als Tourenrad ausgelegt.

Ich schaute mich nach Sport-Liegerädern um und fixierte mich dann 2007 auf den „Toxy ZR“ Tieflieger, einem betont sportlichen 20″ Liegerad mit Frontantrieb, sehr tief. Kein anderes Rad hatte ich so lange in meinem Bestand, ich fahre es heute noch, 8 Jahre später und planen auch künftig keinen Wechsel auf ein anderes Rad. Toxy bietet das ZR noch immer nahezu unverändert an, Alternative dazu gibt es kaum.

Im Bereich der „Upright“ Fahrräder folgten noch verschiedene Modelle, wie beispielsweise 2010 als MTB ein Stevens S3. Die Firma Riese und Müller spracht mich inzwischen nicht mehr an, ich ging von vollgefederten Rädern weg, zudem mochte ich die E-Bike Bemühungen nicht, da ich meine Räder als Sportgeräte ansehe und keinen E-Antrieb möchte. Im Bereich der Falträder wechselte mein Interesse zu den Brompton Rädern und daran hat sich auch bis heute nichts geändert.

Langsam begann ich mich auch für Rennräder zu interessieren, so kam ich dann 2012/2013 günstig als Vorführrad an ein Stevens Stelvio 3×10 Rennrad. Ich kann heute nicht mehr sagen woran es lag, mein Interesse an dem Rennrad hielt nicht lange an, ich empfand es als sehr unbequem, belasten damit zu fahren, hatte starke Verspannungen in den Schultern und im Nacken. Spazierfahrten im ländlichen Umfeld verlagerten mein Interesse mehr zu MTBs. Ich suchte eigentlich nur einen Fahrrad-Karton beim örtlichen Händler und entdeckte dort als Ausstellungsstück ein 2011er Giant XTC Comp.1 Carbon Hardtail-MTB, ich fand sofort gefallen daran. Niemals hatte ich vor ein richtige MTBler zu werden und werde auch nie, aber das Rad vermittelt Fahrfreude und konnte ich es günstig im Tausch mit anderen Rädern und einer kleinen Zuzahlung bekommen.

Im Jahr 2014 entdeckte ich eher zufällig ein wunderbares Pinarello Stahl-Rahmen Rennrad mit einer Campagnolo Record Titanium Ausstattung, doch leider mit einem deutlich zu großen Rahmen. Das Rad war eine günstig Gelegenheit, Winterpreis, so kam ich nicht daran vorbei und fuhr es dann auch temporär knapp 1 Jahr, bis ich letztlich erkennen musste, dass mir der Rahmen deutlich zu groß war, ich zu gestreckt damit fahren musste. Schweren Herzens trennte ich mich von dem Rad und konnte, im Tausch dafür, ebenfalls zum Winterpreis des nächsten Jahres, dann Anfang 2015 günstig ein

Das Stevens Izoard wirkt auf mich sehr sonderbar, nicht weil es schon ein älteres Modell ist, ich schätze es auf einen Jahrgang um etwa 2005-2008, da ich es so bei Stevens auch bei den bisherigen Modellen nicht mehr finden  kann. Stevens schrieb „Carbon“ auf den Rahmen, der aber eben aus 7005er Aluminium gefertigt wurde, lediglich die Sitzstreben sind aus Carbon, auch die Kettenstreben sind aus Aluminium. Der Sinn dessen erschließt sich mir nicht, in meinen Augen ist das ein Marketing Gag. Die Gabel ist auch Carbon, aber das ist ja nichts besonderes, eine solche hatte auch mein Alu Stevens Stelvio Rennrad.

Wie dem auch sei, ich bin dennoch mit dem Stevens Izoard sehr zufrieden, es passt gut zu meiner Körpergröße und fährt sich wirklich gut, die Ausstattung ist hochwertig, der Vorbesitzer hatte es vor dem Kauf aufgewertet, also modernisiert, viele Komponenten sind neu. Ich werde an dem Rad noch viel Freude haben und so verlagert sich mein Interesse derzeit wieder stärker zum Rennrad hin.

Eher zufällig entdeckte ich einmal die Firma Schindelhauer Bikes, die für meinen Geschmack wunderschöne Räder baut, die jedoch eher der urbanen Nutzung entsprechen. Ich lebe ländlich, dennoch schätze ich die Räder sehr, könnte mit einem Singlespeed Rad hier aber wenig anfangen, so spricht mich das Modell ThinBike  deutlich mehr an, kompakt gebaut, relativ leicht und mit den 24″ Laufräder sehr agil, laufruhiger und pflegeleichter Gates Carbon Drive Riemen, hinzu kommt die geniale SRAM Automatix 2-Gang Nabe und hier schließt sich nun auch wieder der Kreis zu dem Klapprädern meiner Kindheit und damals auch die Fichtel&Sachs Duomatik Nabe.

Mein Interesse bleibt nicht einzig bei Fahrrädern, so entdeckte ich im Jahr 2014 auch Tretroller für mich, also Erwachsenen Roller, keine Spielzeuge, Kickboards oder ähnliches. In der Annahme, mit einem Roller gut ein Bindeglied zwischen dem Laufen und dem Radfahren schaffen zu können, habe ich das Thema Recherchier und fand mich bestätigt, wenn auch die überzeugten Roller Treter oft nur treten und „Kettenfahrzeuge“, wie sie gerne Fahrrädern nennen, verschmähen.

Mich interessieren Roller eher als Sportgerät, so sollte es ein Rennroller sein, zur Nutzung auf Asphalt, ich entschied mich daher für den Kostka Race 28/20″ Roller und bin sehr damit zufrieden. Einmal Interesse daran gefunden, folgten weitere Roller, beispielsweise ein klappbarer Swifty One für Reisen, wie auch noch ein kompakter mit Schutzblechen für den Einsatz auf Feldwegen und bei schlechtem Wetter.

Dies dann einmal zu mir…

 

 

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