Produkttest / Testbericht – Sportbrille Uvex variotronic S mit elektronischer Umschaltung der Tönung

Tragt ihr eine Sportbrille auf dem Fahrrad oder Tretroller?

Nein?

Ich kann nicht darauf verzichten, meine Augen sind etwas empfindlich gegen Zug und was noch wichtiger ist, ich möchte auch keine Fliegen und Schmutz in die Augen bekommen, daher dienen meine Brillen in erster Linie den Augen als Schutzschild vor Insekten, Wind und Schmutz.

 

  • Die Ausgangslage

Hinsichtlich der Tönung meiner Brillen habe ich keine speziellen Anforderungen, bisher nutzte ich lange eine Swiss Eye der 80€ Preisklasse, sie hat eine klare Scheibe, eine orange und eine grau getönte, ich nutzte überwiegend die orange, die nur wenig tönt, aber etwas den Kontrast verstärkt und damit Bodenunebenheiten leichter erkennen lässt. Im Winter und bei Dämmerung trage ich auch gerne die Brille mit der Klarglasscheibe.

Die Brille ist sichtlich verschlissen, Ersatz musste er und ich dachte darüber nach, welche Brille gut zu mir passt, also hinsichtlich der Eigenschaften, weniger der optisch-modischen Erscheinung wegen. Schnell wurde mir klar, dass eine Brille mit anpassbarer Tönung gut wäre, doch diese sollen relativ träge sein, bei Einfahrt in den Schatten oder eine dunkle Unterführung viel zu träge, um Hindernisse gut erkennen zu können.

 

  • Optionen der Produktauswahl zwischen Oakley und Uvex

Hier kommt nun meine Brille ins Spiel, die Uvex variotronic S (halfrim) in weiss-orange.

Uvex variotronic Brille ausgepackt

Ich schaute mir verschiedene Brillen an, alternativ hatte ich noch die Oakley photochromic in der engeren Wahl, doch mir wurde überall versichert, dass diese mehrere Minuten benötigt, um die Tönung anzupassen, dies erschien mir nicht wirklich sinnvoll, so sah ich davon ab. Nun ja, nicht ganz, dann später kam ich auch noch zur einer Oakley photochromic Brille, auf die ich in einem späteren Beitrag eingehen werde. Hier fiel zunächst einmal die Entscheidung für die Uvex variotronic S und das war gut so.

Die Produktbeschreibung von Uvex klingt ja nahezu unglaublich gut, so dass man sich fragen muss, wozu es noch andere Brillen gibt. Anders ausgedrückt, wo so viel Licht ist, da muss es doch auch Schatten geben, oder?

Nun ja, die Werbung eben, man sollte sie nicht zu ernst nehmen und das trifft auch und besonders auf diese Brille zu, wie ich nun weiß.

Uvex bietet diese elektronisch gesteuerte Brille, unabhängig von der Gestellfarbe in zwei Varianten an, als halfrim „s“ (Halbrahmen Gestell) und als fullrim „ff“ (Vollrahmen Gestell), rein technisch erkenne ich hier keine Unterschiede, so recherchierte ich Testberichte und Rezensionen für beide Modelle, viel Material war hier aber nicht zu finden. Die meisten Erwähnungen entfallen auf Produktvorstellungen, auf Plattformen und in Zeitschriften, bei Amazon gibt es nur wenige und durchweg mäßige Rezensionen. Sonderbar hierbei ist, dass sich diese deutlich unterscheiden und bei der halfrim variotronic S deutlich schlechter als bei der variotronic Ff ausfallen. Technisch sind die Brillen identisch, der Unterschied liegt im Rahmen, bei der „fullrim“ ist er unten geschlossen.

Die schlechten Rezensionen schreckten mich schon etwas ab, aber es reizte mich dennoch, mir eine eigene Meinung zu bilden. Ich überlegte hin und her, letztlich war klar, ich ging im Versandhandel kein Risiko ein, hatte ja ein Widerrufsrecht und konnte mir die Brille genau anschauen und bei verschiedenen Lichtverhältnissen testen.

Uvex strebt den stolzen Preis von rund 300€ an, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Brille für diesen Preis zu verkaufen ist. Der Marktpreis / Straßenpreis setzt niedriger bei 200-250€ an, was aber auch sehr viel Geld für eine Brille ist. Ob die Brille wirklich gut genug ist, um einen solchen Preis zu rechtfertigen? Das ist wohl eine individuelle Ansichtssache, ich würde das Geld dafür nicht ausgeben.

 

  • Die Anschaffung zum Schnäppchenpreis

Was tun? Ich suchte nach Angeboten, fand aber keine wirklich guten, letztlich kam ich dann zur Amazon Resterampe, die sich neuerdings Amazon Warehousedeals nennt. Hier bekommt man Vorführartikel und Rückläufer, wie auch B-Ware, zu deutlich reduzierten Preisen. Was soll ich sagen, ich wurde für weniger als 150€ fündig, die Brille quasi neu, so wurde sie beschrieben und so kam sie zu mir, hinsichtlich der Gewährleistung und Garantie gibt es keine Nachteile, sie wird, wie neu, von Amazon abgewickelt.

Uvex variotronic Umverpackung

Nun ja, die „Schmerzgrenze“ von 150€ konnte ich knapp unterbieten und so hatte ich nun die Brille erworben. Das liegt nun schon einige Zeit zurück, im August 2016 erwarb ich diese Brille und trage sie seitdem wechselweise mit anderen Brillen.

Sie entstammt dem Modelljahr 2016. Ich entschied mich bewusst für die halfrim Variante, um unter der Brille keinen störenden Rahmen zu haben, der die Sicht auf den Tacho oder eine Karte einschränkt, wie auch das Gesichtsfeld etwas einschränkt. Am liebsten trage ich rahmenlose Brillen, doch dies war hier nicht möglich, denn eine rahmenlose Variante bietet Uvex nicht an.

 

  • Der erste Eindruck

Uvex variotronic Etui

Uvex variotronic ausgepackt mit angeklappten Bügeln

Die Brille wurde in einem soliden Etui geliefert, die Box schützt die Brille beim Transport gut, ist jedoch auch recht groß. Kleiner kann das Etui leider nicht ausfallen, was eher an der Brille, als an dem Etui liegt. Ließen sich die Bügel der Brille enger anklappen und wäre die Brille selbst weniger halbrund geformt, wäre das Packmaß der Brille und damit auch das Etui, deutlich kleiner.

Uvex variotronic Brille ausgepackt

Die Brille wirkt auf mich relativ massig, solide gebaut, vergleichsweise schwer, so man bei einem Gewicht von 42g übrhaupt von „schwer“ sprechen kann. Der obere Rahmen der Brille hat an sich nur die Scheibe zu fixieren und könnte meiner Einschätzung nach feiner ausgeführt werden. Anders sieht es da schon bei den Bügeln aus, denn in diesen verbirgt sich der Schalter für die Betriebsarten, die USB micro Ladebuchse, der Akku, der Lichtsensor und die Ansteuerelektronik.

 

 

  • Die elektronische Funktionalität der Brille

Uvex variotronic Aufladung mittels USB micro Stecker

Hier im Bild, ist der äußere linke Bügel zu erkennen, darin eingesteckt, ein USB micro Stecker, um den, im Bügel verbauten, Akku aufzuladen.

 

Links, neben dem USB Stecker, der kleine schwarze gummierte Punkt, ist der Schalter für die Betriebsarten der Brille:

  • Schalter 1x drücken -> Brille wechselt die Tönung von hell auf dunkel oder umgekehrt, beliebig oft wiederholbar
  • Schalter „lange“ drücken, ca. 2s, die automatische Tönungsumschaltung der Brille wird aktiviert

Uvex empfiehlt, wenn die Brille abgelegt wird, also nicht benutzt wird, manuell die helle Tönung der Displays an der Scheibe zu schalten, damit der Akku nicht unnötig belastet und damit auch entladen wird. An sich ist das logisch, denn das LCD wird dann nicht elektronisch angesteuert, verbraucht also auch keinen noch so geringen Ansteuerstrom, zudem wird hierbei auch der Lichtsensor nicht benötigt und verbraucht damit auch keinen Strom.

Uvex gibt eine Betriebszeit der Brille mit voll geladenem Akku von etwa 50h an. Ob es nun real 50h oder nur 30h sind kann ich nicht nachvollziehen, denn komplett abschalten kann man die Brille nicht. Vermutlich ist gemeint, dass ein vollgeladener Akku in der automatischen Betriebsart, also mit aktiviertem Lichtsensor, rund 50 Betriebsstunden ermöglicht.

Ich lade den Akku der Brille nur selten auf und das ist gut so, dennoch pasierte es mir aber auch schon, dass ich lange nicht daran dachte und dann die Brille eben nicht mehr umschalten konnte. Ein echtes Problem ist das nicht, denn die Grundtönung der Brille bleibt, auch ohne Strom.

Seht ihr die Bügel der Brille im Bild? Na klar.

Ich meine die schwarzen Abschnitte zum Ende der Bügel. Hier sind die Bügel kalt verformbar, um die Brillenbügel optimal an den Kopf anzupassen, mir gefällt das sehr gut, eine clevere Idee und sie erhöht den Tragekomfort maßgeblich. Die Brille sitzt an meinem Kopf optimal und das Gewicht ist noch gut akzeptabel, sollte jedoch nicht höher sein, andere Brille sind ja doch um etwa 20 Gramm leichter und das merkt man eben doch deutlich.

 

  • Das Display, keine stufenlose Anpassung der Tönung

Einleitend zur Lichtdurchlässigkeit ist anzumerken, dass die Brille nicht stufenlos tönt, sie hat zwei feste Tönungswerte, zwischen diesen, wird über das LCD, elektronisch umgeschaltet; stark vereinfach gesagt, es gibt nur „hell“ und „dunkel“, wobei hell nicht wirklich hell und dunkel nicht sehr dunkel ist, hinsichtlich der absoluten Werte.

Uvex variotronic Systembeschreibung innen im Karton

Die Systembeschreibung von Uvex innen am Deckel der Umverpackung (Karton)

Rein praktisch kann man sich das so vorstellen, auf einer Polycarbonat Scheibe wurde ein LC-Display aufgetragen, angeblich 0,1um stark, ich kann mir das nicht vorstellen und gehe von 0,1mm aus.

Diese Bauart kennen wir alle vom Taschenrechner und anderen LC Displays, auch hier wird auf einem Trägermaterial das LCD dünn aufgebracht. Der Unterschied hier ist jedoch, es werden keine Bildpunkte oder Segmente elektrisch angesteuert, um Zahlen oder Muster anzuzeigen, statt dessen wird das Display vollflächig aktiviert, oder eben nicht. Wird Spannung angelegt, es also aktiviert, ergibt sich die maximale Tönung, ohne Spannung verbleibt eine technisch bedingte Grundtönung, als die Transparenz des LC Dispplays

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  • Die Tönung der Brille in der Praxis

Die Lichtdurchlässigkeit gibt Uvex mit 64% (S1) und 16% (S2) an, was eine absolute Transparenz ausschließt, Klarglas gibt es also nie.

Uvex variotronic Durchsicht mit heller Tönung

Die Brille mit 36% Mindesttönung

Die maximale Lichtdurchlässigkeit beträgt 64%, somit beträgt die Mindesttönung also 36%, demnach rund ein Drittel. Wenig ist das nicht, technisch jedoch nicht zu verhindern und resultierend aus der Durchlässigkeit des nicht aktivierten LC-Displays.

Meiner Meinung nach, ist die Brille damit in der Dämmerung nur noch sehr eingeschränkt und bei Dunkelheit überhaupt nicht einsatzbar. Damit wird für mich persönlich klar, als einzige Brille genügt mir diese Brille leider nicht. Ich fahre ja nicht so viel in der Dämmerung oder gar bei Dunkelheit, aber es kommt vor, insbesondere im Herbst und Winter, wenn die Tage kürzer werden. Gut, ich habe noch die selbsttönende Oakley und und eine einfache Swiss Eye Brille mir verschiedenen Scheiben, sogar mit einer Klarsichtscheibe. Letzter ist beispielsweise in der Dämmerung und bei Dunkelheit sinnvoll, um die Augen von Schmutz und Zugluft zu schützen.

Gut, damit wäre der erste Punktabzug abgehandelt.

Uvex variotronic Durchsicht mit dunkler Tönung

Die Brille mit 84% Maximaltönung

Hier habe ich nun die Brille bei gleicher Lichtsituation „abgeblendet“ fotografiert, also mit aktiviertem LC-Display. Gemäß Herstellerangabe, beträgt die minimale Lichtdurchlässigkeit 16%, resultierend aus der 84% Tönung, die das elektronisch angesteuerte LC-Display hier schafft.

Für sonnige Tage erscheint mir diese Tönung also nahezu optimal und passt gut zu meinen Augen, meiner persönlichen Lichtempfindlichkeit. Die Uvex variotronic Brille dunkelt hier etwas mehr ab, als es meine selbsttönende Oakley Brille tut. Mir sagt das sehr zu, wäre da nicht ein kleiner Makel, die Farbverschiebungen.

 

  • Farbverfälschungen bei aktivierter Tönung der Brille

Uvex variotronic s schwarz - Durchblick dunkle Tönung Vollbild

Polarisationseffekt im Bild kaum darstellbar

Es ist mir leider nicht gelungen, die Farbverschiebungen in aussagekräftigen Bildern einzufangen, so kann ich an dieser Stelle mein Eindrücke nur subjektiv beschreiben und damit die Vorstellungskraft meiner Leserinnen und Leser anregen.

Eingangs hierzu ist zu betonen, dass es bei nicht aktivierten LCD der Brille zu keinen nennenswerten Farbverschiebungen kommt, die wahrgenommen Abbildung ist recht neutral, was sicherlich auf den grauen LC-Displays an der Scheibe resultiert.

Leider sieht die „Welt“ vor den Gläsern mit aktivierten LCDs, also mit aktivierter voller Tönung, schon anders aus, Farben verändern sich, vermutlich durch Einflüsse der Polarisation.

In meiner Wahrnehmung zeichnet sich das so ab, dass beispielsweise Gras am Straßenrand bläulich schimmert, insbesondere dann, wenn der Blick auf die Rückseite der Grashalme fällt, oftmals dann, wenn der Grünstreifen überfahren würde. Es mutet sehr seltsam an, aber man gewöhnt sich daran. Asphalt erscheint zeitweise auch etwas bläulich. Seltsam ist dabei, mein schwarzer Vorderreifen erscheint eher moosgrün, alles jeweils bei abgetönter Brille und entsprechender Lichtsituation.

Ein schöner blauer Himmel erscheint bei abgetönter Brille noch kräftiger und kontraststark, sehr beeindruckend.

Diese Beobachtungen sind ungewöhnlich, aber nicht wirklich störend. Etwas anders sieht es da schon mit der Wahrnehmung der Straße vor dem Rad aus, hier erkenne ich bei voll getönter Brille Unebenheiten und Absätze des Asphalts teilweise nur schwer. Bin ich mit dem Rennrad unterwegs und das zudem auf Landstraßen mit schlechtem Zustand des Belags, kommt ein Gefühl der Unsicherheit auf, ich erkenne die Problemstellen des Asphalts zu spät und kann nicht immer ausweichen. Diese Einstellung ist natürlich höchst individuell.

Ich handhabe es so, dass ich die Uvex variotronic Brille auf dem Rennrad und MTB nur auf guten Wegstrecken trage, was jedoch nur selten möglich ist, denn ich lebe sehr ländlich und die Straßen sind überwiegend in einem mäßigen bis schlechten Zustand und mit dem MTB befahre ich am liebsten Feld- und Waldwege. Mit meinem Transportrad, Fixie, Faltrad und Tretroller sieht das anders aus, da ist die Uvex variotronic fast immer meine erste Wahl, es kommt eben auf den Einsatzzweck an.

Die Brille bietet laut Hersteller Uvex 100% Schutz vor UVA, UVB und UVC Strahlung, so erwartet man das von einer solchen Brille, doch leider erfüllen diese Anforderung eben nicht alle Brillen. Viele beschränken den Nutzen einer Sonnenbrille auf Mode und Tönung, mir persönlich ist der UV Schutz am wichtigsten.

 

  • Wer oder was ist „Supravision“

Supravision“ ist eine weitere Eigenschaft der Gläser, Uvex versteht damit im Schwerpunkt die Kratzfestigkeit (außen) und die Beschlagfreiheit (innen) der Brille. Eine große Besonderheit ist das nicht, viele andere bieten das auch, wobei man die Kratzfestigkeit dabei nicht zu wörtlich nehmen sollte, denn unverwundbar sind die Gläser natürlich nicht und das Display auf der Innenseite sowieso nicht, es sollte sehr pfleglich behandelt werden. Die LCD Beschichtung auf der Innenseite der Brille erscheint mir sehr empfindlich, ich widme ihr maximale Sorgfalt und achte darauf, dass nichts an der Beschichtung kratzt, zudem vermeide ich es, sie mit den Fingern zu berühren.

Die Konstruktion erscheint mir nahezu genial, eine wunderbare Idee, technisch sicherlich noch optimierungsfähig, aber absolut gebrauchsfähig. Ich habe die Brille nicht zurückgegeben und verwende sie auch heute noch gerne, was sich sicherlich nicht ändern wird.

 

  • Die Umschaltung des Tönung im Detail

Ich habe bereits den Aufbau der Scheibe beschrieben, also die Polycarbonat Scheibe mit dem aufgebrachten LCD. Der Akku und die Ansteuerelektronik wurden im linken Brillenbügel verbaut.

Damit alleine ist es nicht getan, denn die Elektronik braucht einen Impuls zur Umschaltung der Tönung, mit anderen Worten, ein Sensor ist erforderlich, der die Umgebungshelligkeit ermittelt.

Da raus resultiert die Frage, wo sich der Sensor befindet und ob dieser Platz ideal erscheint, um die Funktion zu erfüllen.

Uvex variotronic mit heller Tönung

Im linken Bügel der Brille findet sich der Akku, die Elektronik und der Sensor

Die Lösung zeigt dieses Bild, im linken Bügel der Brille, vorne nahe des Scharniers, befindet sich hinter dem verschraubten Deckel der Akku und die Elektronik der Brille, hinter dem kleinen quadratischen und dunklen Fenster befindet sich der Lichtsensor.

Die Anordnung des Sensor irritierte mich anfangs, denn ich konnte mir nicht vorstellen, wie er hier zweckmäßig seine Funktion erfüllen soll., ich hätte ihn außen am Bügel oder an der Front über der Scheibe erwartet. Uvex wird Gründe haben, warum der Sensor innen am Brillenbügel platziert wurde.

Auf den ersten Blick funktioniert der Sensor recht gut, doch es gibt auch problematische Lichtsituationen, beispielsweise dann, wenn die Sonne von schräg hinten links scheint, dann schaltet die Brille gerne einmal nervös die Tönungen hin und her, was ich als sehr nervig empfinde.

Abhilfe ist hierbei einseits über einen leicht gedrehten oder geneigten Kopf möglich, oder eben durch einen Druck auf den Schalter der Brille, mittels dessen dann fest auf die helle oder dunkle Tönung geschaltet wird, die Automatik also abgeschaltet wird. Mir hilft meistens ersteres recht gut.

Ähnliche Effekte habe ich an einem sonnigen Tag und schräg stehender Sonne, wenn neben der Straße Bäume oder Hecken teilweise Schatten geben. Die Brille schaltet auch hier schnell hin und her, immer dann, wenn gerade die Sonne auf den Sensor fällt, oder wenn dieser abgeschattet wird. Da die Umschaltung sehr schnell erfolgt, ich Bruchteilen einer Sekunde, kann hier ein nervöses Flackern entstehen.

Ich bin in einem technischen Beruf tätig und habe in früheren Jahr auch viele elektronische Schaltungen konstruiert oder modifiziert, ich würde hier an der Brille eine Hysterese einbauen, also einen Regelkreis, der die Schaltung beruhigt, Flackern vermeidet, die Schaltimpulse glättet.

Ersatzweise wäre es noch schöner, wenn die Empfindlichkeit der Regelelektronik für den Benutzer einstellbar wäre, aber das wäre deutlich aufwendiger, ein weiterer Regeler oder Schalter müsste verbaut werden. Hier könnte man die Anpasung sicherlich auch programmierbar gestalten, über den Micro USB Ladeport, mittels dessen dann auch Firmware Updates der Brille möglich wären. Mir sind keinerlei Firmware Updates der Brille bekannt, so gehe ich davon aus, dass keine programmierte Steuerung verbaut wurde, statt dessen einen analoge Regelelektronik.

Der Sensor sitzt innen am Bügel sehr nahe der Schläfe am Kopf, also dicht an der Haut, dennoch erfasst er die Lichtsituation unerwartet gut, ich hatte das nicht erwartet.

Ich fahre die Brille auf meinen Räder mit stark unterschiedlichen Sitzpositionen, auf dem Rennrad am Unterlenker tief nach unten gebückt, auf dem MTB moderat gebeugt, auf dem Transportrad relativ aufrecht sitzend und auf dem Liegerad stark nach hinten geneigt, also auf dem Rücken liegend, mit dem Kinn nahe der Brust, um nach vorne auf die Straße zu blicken. Allen Sitzpositionen ist ähnlich, dass die Sensorik der Brille situationsbedingt angepast reagiert.

 

  • Weiterführende Infos zur Brille

Der Händler Sportkopf24 beschreibt in seinem Webshop sehr anschauchlich die Abmesungen der Brille.

Die Produktbeschreibung der Brille bei Uvex.

 

  • Fazit

Ich spreche nach meiner persönlichen Erfahrung mit der Brille eine Kaufempfehlung aus, wenn auch keien uneingeschränkt. Die Brille ist sehr nützlich und innovativ, jedoch auch optimierungsfähig.

 

Pro

  • renomierter Hersteller
  • innovatives Produkt
  • extrem schnelle Umschaltung der Tönung
  • deaktivierbare Automatik (manuelle Umschaltung)
  • sehr lange Akku Laufzeit
  • guter Tragekomfort
  • robustes Schutzetui
  • kratzfeste Scheibe (außen)
  • beschlagfreie Scheibe (innen)
  • mit unter 150,- EUR sehr preiswert erstanden
  • modern sportliches,  aber kein extravagantes Design

 

Contra

  • Preis (wenn man kein Schnäppchen ergattert)
  • Gewicht
  • Bügel und Rahmen etwas zu „wuchtig“
  • keine vollständige Transparenz
  • nur zwei Tönungsstufen, keine Zwischenstufen
  • Position des Lichtsensors optimierungsfähig
  • mögliche Farbverschiebungen bei abgetönter Brille
  • bei schwierigen Lichtverhältnissen Straßenschäden nur mäßig erkennbar

 

Ergänzung im September 2017:

Leider war die Brille im Juli 2017 defekt, mein ergänzender Beitrag dazu beschreibt die Umstände und die Abwicklung zur Bereitstellung einer Ersatzbrille.

 

(dieser Beitrag ist frei von jedweder externen Einflussnahme, ich habe die Brille als Endverbrauche regulär im Handel erworben und frei meine persönliche Einschätzung dazu formuliert)

 

 

5 thoughts on “Produkttest / Testbericht – Sportbrille Uvex variotronic S mit elektronischer Umschaltung der Tönung

      1. Ich habe mittlerweile umgestellt auf einen Giro Attack Airshield. Einen Helm mit Visier, das sich mit einem Dreh oben auf dem Helm befestigen läßt. So kann ich bei Sonne ohne Sonnenbrille und insektengeschützt fahren, Wenn es dunkel wird, nehme ich das Visier hoch. Geht auch vor Tunneldurchfahrten etc.

        Gefällt 1 Person

  1. Das ist natürlich auch eine sehr gute Idee und damit gibt es auch keine störenden Brillenbügel mehr. Du legst Dich hierbei jedoch auf eine Tönung fest. Ich trage manchmal eine Klarglas Brille, meine älteste, in der Dämmerung einfach nur als Schutz vor Schmutz und Wind vor den Augen, sonst eben die Oakley photochromatic mit der selbsttönenden Scheibe, oder eben die Uvex variotronic S mit elektronischer Umschaltung. Eine Lösung für alle Eventualitäten habe ich nicht gefunden, passe mich den Bedürfnissen an. Auf den Tretrollern ist das wieder eine ganz andere Sache.

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