Buchtipp / Rezension: „Die vierzehnte Etappe – Radsportgeschichten“ von Tim Krabbé

Heute geht es einmal nicht um Ausrüstung und Trainingstipps, heute widme ich mich einmal der Literatur. Naja, um ehrlich zu sein, ich beginne mit nur einem Buch, irgendwo muss ich ja beginnen 🙂 Ich habe schon einige Bücher zum Sport gelesen, jedoch nie darüber geschrieben, dass möchte ich ändern und damit eine kleine Buchreihe starten.

Ich lese bevorzugt eBooks, da ich sie als praktischer empfinde, aber das ist eine rein persönliche Haltung. Papier hat auch seinen Reiz, besonders bei gebundenen Büchern und hochwertigen Drucken, schönen Grafiken und Fotos.

Mein hier vorgestelltes Buch, „Die vierzehnte Etappe“ von Tim Krabbé, ist ein Gewinn. Ich habe das Taschenbuch beim „fahrradio“ Podcast von Hans und Thomas Dorsch gewonnen, die es wiederum vom Covadonga Verlag zur Verfügung gestellt bekamen, dem renomierten Verlag für Radsportliteratur.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Hans und Thomas Dorsch, sowohl für das Buch, als auch und insbesondere für euren immer wieder hörenswerten Podcast, mit breitbandigen Themen rund um das Fahrrad und Mobilität, eine kurzweilige Plauderei, der ich immer geren folge.

Zurück zum Buch, es ist kein Roman und auch keine Dokumentation zum Radsport, auch keine Chronik.

Tim Krabbé, der Autor, hat in diesem Werk 43 Kurzgeschichten zu Papier gebracht, sie sind überwiegend als Anekdoten zur verstehen, kurz, oft pragmatisch, überwiegend pointiert und selbstverständlich unterhalten, manches dabei erscheint mir unglaublich. 1984 erschien das Buch erstmals auf niederländisch, später wurde es um einige Texte ergänzt und bisherige Beiträge wurden teilweise korrigiert.

Die Kurzgeschichten folgen keinem roten Faden und überwiegend auch keiner Chronologie, sie lassen sie beliebig einzeln lesen, seriell, oder auch gemischt, beispielsweise anhand der Titel.

Ich habe das Buch, wie man das so macht, von vorne nach hinten gelesen, in größeren Blöcken, je nach Lust und Laune, wie auch Zeit. Das fand bereits im Dezember 2016 statt und meine Notizen dazu standen lange als Entwurf für diesen Blog Eintrag bereit, jetzt wird er endlich vollendet, nach langer Zeit.

Bevor ich zu dem Buch selbst komme, möchte ich noch ein paar Worte zum Autor Tim Krabbé verlieren, denn wenn man ihn kennt, versteht man das Buch besser.

Tim Krabbé wurde 1943 in Amsterdam geboren und dort lebt er auch. Wie unschwer erkennbar ist, Tim Krabbé ist Niederländer und das legt eine gewissen Affinität zum Radsport nahe. Damit nicht genug, Tim Krabbé fährt nicht nur Rad, er nahm auch an etwa 600 Amateurrennen teil und kommte damit allerlei „Erfahrung“ im Radsport erwerben. Neben verschienen anderen Tätigkeiten, ist Tim Krabbé auch seit Ende der 60er Jahre Schritsteller, er schreibt Romane und Kurzgeschichten, vier seiner Bücher wurden auch verfilmt.

Wie im Buch unschwer zu erkennen ist, bilden der niederländische und der belgische Radsport die Themenschwerpunkte, sogenannte „Kirmesrennen“ eingeschlossen, neben namhaften großen Rennen.

Jede Geschichte im Buch trägt im Titel, in Klammern eingefasst, dass Jahr der Entstehung, somit lässt sich die Handlung der folgenden Kurzgeschichte besser dem Zeitgeist geschuldet einordnen, eine clevere Idee.

Der Untertitel „Radsportgeschichten“ beschreibt das Buch sehr treffend, ein Konvolut von Kurzgeschichten und Anekdoten.

Der Schreibstil erscheint mir etwas seltsam, möglicherweise liegt das aber auch an der deutschen Übersetzung und ich tat mich mit dem Einstig etwas schwer. Die Wortwahl wirkt teilweise etwas ungewöhnlich und holprig, grundsätzlich aber immer sehr locker. Ich hatte einige dieser Kurzgeschichten gebraucht, bis ich mit dem Buch vertraut wurde, verstanden habe, was ich da eigentlich lese. Vielleicht sollte ich ergänzend anmerken, dass ich alles andere als ein Radsport Kenner oder Historiker bin, mein Interesse am Radsport ist eher jung, ganz im Gegensatz zu meiner Person 😉 Fahrräder interessieren mich schon immer, Rennräder über lange Zeit jedoch eher weniger und Rennen noch weniger. Ich tue mich ohnehin mit Wertungen schwer, denn vieles ist einfach nur Glück, oder eben auch unabwendbaren Umständen geschuldet. Können Sekundenbruchteile nach einem mehrstündigen harten Rennen wirklich über Sieg oder Niederlage entscheiden? Wohl eher nicht. Jeder, der das Ziel erreicht, hat eine höchst respektable Leistung erbracht, sogar jene, die vom Pech verfolgt zuvor ausscheiden, beispielsweise nach einem schweren Defekt oder Sturz. Ich sehe da eher den olympischen Gedanken, „dabei sein ist alles“.

Die Erzählungen beginnen 1980 mit einigen Rennen, vor meinem inneren Auge sah ich förmlich die Atmosphäre, die damaligen Stahlrahmen mit den Schalthebeln am Unterrohr. Ich hatte auch einmal ein gebrauchtes Pinarello Stahl Rennrad, die Schaltung war dort beim Kauf aber schon vom Unterrohr zum Lenker gewandert, aber die alte Campanolo Titan Record Gruppe stand dem Rad wunderbar, leider war mir der Rahmen zu groß und so trennte ich mich irgendwann davon.

Ich möchte das Buch weder abschreiben noch alle Geschichten darin kommentieren, aber einige davon greife ich exemplarisch auf, um euch neugierig auf das Buch zu machen 🙂

 

  • Seite 49 „Jerry Cotton und das Dopingrätsel“ von 1980

Bivalente Gedanken zum Doping, es gibt so viele Formen, doch welche davon sind verwerflich? Wir denken an Medikamente, aber was ist mit Diät, hartem Training, Verzicht auf Sex, Pommes, Kuchen und Eis in der Saison? Der Autor hegt dazu vielfältige Gedanken.

Schöne Erläuterungen gibt es auch zu Prämiensprints und den ungeschriebenen Gesetzen im Team, wer darf sprinten und wer nicht, wie arbeiten Gruppen teamübergreifend zusammen.

 

  • Seite 64 „Die Gefahren des Massensprints“ von 1981

Wer kennt ihn nicht nicht, den Sprint am Ende des Rennens, am Ziel. Nicht selten wird es hier besonders eng und jeder Teilnehmer des Rennens kämpft hart um seine Position, möchte die Mitspreter hinter sich lassen, oder eben auch im Rahmen des Reglements austricksen, bzw. blockieren. Sind wir einmal ehrlich, als Zuschauer sieht man das doch gerne, möglicherweise noch lieber, wenn es einen Sturz gibt.

Ist das nicht verrückt, ist das nicht unsportlich? Spektakulär ist es in jedem Falle und genau genommen sogar unnötig, denn der Sprint bringt die Teilnehmer des Rennens nur unnötig in Gefahr, manchmal sogar die Zuschauer am Ziel.

Besonders tragisch wird es immer dran, wenn ein externer Impuls eine Gruppe zu Fall bringt, ist der kleine und oft auch nur vermeindliche Vorteil eines Sprints das wert?

 

  • Seite 69 „Die Ethik des letztes Rades“ von 1981

Hier habe ich eine Kuriosität entdeckt. Tim Krabbé beschreibt auf Seite 70 eine kleine Kette, die zwischen den beiden Sitzstreben hängt und auf dem Hinterrad schleift.

Was soll diese Konstruktion wohl bewirken?

Es ist ein „Steinchenschnipper“, die Kette auf dem Hinterrad soll anhaftende Steinchen vom Reifen entfernen, bevor sie in diesen eindringen. Geholfen hat es leider nicht, der Rennfahrer fiel mit einem Reifenschaden zurück. Die Idee ist dennoch bewundernswert.

 

  • Seit 73 „Rasse und Glauben“ von 1981

Hier macht sich Tim Krabbé Gedanken um die Rasse und Hautfarbe von Rennteilnehmern, insbesondere um deren Akzeptanz, die er mit vielschichtigen Beispielen beschreibt.

Fast könnte man meinen, dass dieses Thema ein Thema der Gegenwart ist, diese Kurzgeschichte von 1981 belegt das Gegenteil.

 

  • Seite 80 „Das Eurodynamische“ von 1981

Nahezu jeder dürfte Klickpedale kenne, möglicherweise auch Pedalhaken. Letztere sind nicht so verbreitet, man findet sie eher im Bahnradsport, oder eben früher auch an Rennrädern, bevor Klickpedale Verbreitung fanden.

Ich fahre fast alle Räder mit Klickpedalen, am Renn- und Liegenrad die Speedplay Pedale, am MTB und Cyclocrosser die Shimano SPD Pedale, denn mit den zugehörigen Schuhen kann man besser laufen und die Pedale sind für Schmutz weniger anfällig. Mein Fixie fahre ich mit Pedalhaken, nicht weil sie besser als Klickpedale sind, einfach nur deshalb, weil sie dem Rad besser stehen.

Zurück zum kommentierten Beitrag ab Seite 80, ich greife den Beitrag auf, weil es hier um an den Pedalen festgelötete Radschuhe geht, man muss sich das einmal vorstellen…

Die Pedalhaken gab es doch schon lange, wozu nun also die Schuhe festlöten?

 

  • Seite 83 „Sittenpolizei“ von 1981

Stil Fragen auf dem Rennrad werde in dieser Kurzgeschichte erörert.

Der Klassiker dürften die Beine sein, rasiert oder unrasiert, ich fahre beides, um ehrlich zu sein. Im Winter kümmere ich mich nicht um den Bewuchs meiner Beine, in den Jahreszeiten der kurzen Hosen deutlich mehr. Man glaubt es kaum, im Radsport gibt es dazu ein Regelwerk, Tim Krabbé erörtert es.

Dabei geht es nicht nur um behaarte Beine, auch die Socken sind ein Thema, denn einst waren nur weitere Socken erlaubt, bei Verstößen durfte man nicht starten, am Rennen nicht teilnehmen. Mich hätte man dann wohl auch gelegentlich ausgeschlossen, denn ich trage zuweilen auch farbige Socken.

Lange Haare und Schnauzbärte waren nicht gerne gesehen, sie waren jedoch nicht verboten. Damals trug man einfach gerne „lang“, es war Zeitgeist, beim Sport kann ein kurzer Haarschnitt jedoch auch von Vorteil sein, kurze Haare stören unter dem Helm weniger und hängen auch nicht ins Gesicht.

 

  • Seite 98 „Heimlich in die Eisen gehen“ von 1982

Didi Thurau soll 1977 vor dem Ziel gebremst  haben, für einen Mitstreiter im Rennen, damit dieser Weltmeister werden konnte. Tim Krabbé kommentiert und interpretiert den Vorfall. War es ein gekaufter Sieg? Belegen lässt sich das sicher nicht, es gibt allenfalls Vermutungen.

Die wirtschaftlichen Interessen sind im Sport unübersehbar, jedoch sollte der Sportsgeist und Fairness unbedingt respektiert und akzeptiert werden, möge der Bessere gewinnen, aber Verlierer gibt es dennoch nicht. Ich denke dabei an Hans Rosenthal, bei ihm gab es auch keine Verlierer, nur erste, zweite, dritte, vierte…. Gewinner. So kann man es sehen und sehe ich es auch, selbstverständlich auch beim Sport. Spaß, Respekt und Fairness sind nicht nur im Wettkampf Grundwerte.

 

  • Seite 106 „Naturgeschichte des Sturzes“ von 1981

Tim Krabbé macht sich Gedanken darüber, viel viele Stürze im Radsport „normal“ sind.

Ich bin der Ansicht, das es gar nicht erst zu Stürzen kommen sollte und fast hätte ich es seiut meiner Kindheit geschafft, nicht mehr zu stürzen. Es ist 2-3 Jahre her, da fiel im mit meinem damaligen MTB einmal fast im Stand um, aus Dummheit, so könnte man sagen. Ich fuhr relativ gemütlich Waldwege ab und hielt irgendwann an, warum auch immer. Kaum stand ich, fiel ich auch schon, gefühlt in Zeitlupe, um. Ich kippte seitlich an einen kleinen Hang, dicht von Gras bewachsen. Offensichtlich hatte ich vergessen die Füsse von den Pedalen zu nehmen und kamm auch Kippen nicht auf Idee, dies zu tun. Nun ja, so etwas passiert, peinlich, sehr peinlich 🙂

Bei „normaler“ Fahrt bin ich seit meiner Kindheit nicht mehr gestürzt und dabei soll es bleiben, so muss ich mich wohl als „Angstbremser“ bezeichnen und scheide daher zur Teilnahme an Wettbewerben aus. Meine Gesundheit ist mir wichtig und ich möchte Spaß beim Sport haben, Stürze würden diese Eindrücke nur schmälern.

Ich appeliere damit an die Profis, seit im Zweifelsfall lieber etwas langsamer, riskiert weniger, dann wird es weniger Stütze und Verletzungen geben.

 

  • Seite 130 „Listenliebe“ von 1982, 2015 überarbeitet

Diesen Beitrag finde ich besonders interessant, denn Tim Krabbé hat ein persönliches System entwickelt, wie er Rennerfolge bewertet. Es geht im dabei nicht nur um die erzielten Punkte bei Rennerfolgen, so hat er eine komplexe Formel entwickelt, mir der er über viele Jahre Hinweg die Rennerfolge klassifiziert und bewertet.

 

  • Seite 136 „seine Linie verlassenvon 1983

Hier geht es nun wieder um den Sportsgeist, Fairness im Radsport, bzw. eben die nicht gelebte Fairness, wenn sich Rennfahrer bewusst gegenseitig zum Sturz bringen. Unglaublich, welches Ausmaß Rivalitäten annehmen können. Wer so etwas tut, sollte meiner Meinung nach disqualifiziert und bei Wiederholungstaten ausgeschlossen werden.

 

  • Seite 150 „Die Jagd“ von 1980

Wer kennt sie nicht, die Legende der Tour de France, als einst ein Rennteilnehmer bei großem Vorsprung eine Rast machte und danach in falscher Richtung das Rennen fortsetzte, demnach dem Feld der Verfolger entgegen fuhr.

 

  • Seite 165 „Rennradfahrer auf dem Fahrrad“ von 1983

Ist das Fahrrad eigentlich nur Sportgerät, oder kann man es auch im Alltag sinnvoll benutzen?

Tim Krabbé stellt Gedanken dazu an, er meint, ein trainierter Radsportler fährt nicht irgendwohin, er fährt eben Rad.

Abwägig erscheint mir das nicht, denn bei mir sieht es ähnlich aus, ich erledige kaum Besorgungen mit dem Rad, in erster Linie sind es Sportgeräte, selbst mein Faltrad, oder auch das Transportrad. Ich könnte das Rad im Alltag sicher intensiver benutzen und sollte an dem Thema arbeiten, dennoch macht auch Sport mit dem Rad großen Spaß.

 

  • Seite 172 „Die Streckenführung“ von 1981, 2015 überarbeitet

Ein Radrennen verläuft selten kreuzungsfrei zu anderen Verkehrsmitteln. Straßen kann man sperren und man tut es auch, dort wo es erforderlich erscheint. Bei Bahnlinien sieht das schon anders aus und so kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, dass ein Radrennen an eine geschlossene Bahnschranke führt. Furchtlose Rennfahrer überwinden die Schranke, oder umfahren Sie, um ihr Rennen fortzusetzen. Nicht selten ist es erforderlich, dass Begleitfahrzeuge die Durchfahrt versperren, damit die Rennfahrer nicht in Gefahr geraten. Hierbei wird dann oft auch das Feld vor der Bahnschranke kurz angehalten, um die Chancengleichheit zu sichern.

 

  • Seite 199 „nicht gesehen“ von 1988

Rennen werden veranstaltet um eine Wertung vorzunehmen, daran besteht sicher kein Zweifel. Problematisch wird es, wenn die Zielankunft falsch gewertet wird, ein Zielfoto fehlt und die Jury einen Rennfahrer übersieht. Tim Krabbé beschreibt einen solchen Fall.

 

  • Seite 201 „Der wahre Profi ist Amateur“ von 1988

Warum fährt man eigentlich Rennen, für das Geld, die Ehre, oder gar beides?

Der Autor Tim Krabbé stellt diesbezüglich Überlegungen an und verfügt zudem über eigene Rennerfahrung.

 

  • Seite 253 „Das Terminale Radrennfahren“ von 2005

Welches Alter ist für Rennfahrer optimal? Tim Krabbé begann mit 30 Jahren Rennen zu fahren, 8 Jahre lang, aus heutiger Perspektive ist das schon recht alt. Nach rund 25 Jahren Abstinenz begann er mit 62 Jahren wieder Renner in der Ü50 und Ü60 Gruppe zu fahren.

 

  • Seite 255 „Zehn Definitionen einer sauberen Tour“ von 2007

Doping wird immer wieder mit dem Radsport in Verbindung gebraucht, oft jedoch auch unberechtigt, dennoch gibt es Doping und einige nachweisbare Fälle.

Dieser Beitrag liefert 10 Definitionen für eine „saubere Tour“.

 

  • Seite 272 „Col de Mann mit Hund“ von 2007, 2015 überarbeitet

Was für ein Abenteuer, ein kleiner entlegener Pass, dessen echter Name in dem Beitrag auch aufgelöst wird. Die Beschreibung dieser Strecke ist so schön, dass ich sie auch sehr gerne einmal befahren möchte, notfalls sogar mit dem Auto.

 

  • Seite 279  „Der Geist des Sports“ von 2013

Vielschichtige Gedanken zum Doping im Sport, wie war es damals, wie ist es heute und ist Doping grundsätzlich verwerflich?

Gerät ein Fahrer in den Doping Verdacht wenn er eine „zu gute“ Leistung bringt?

Tim Krabbé provoziert mit seinen Gedanken, regt dadurch aber auch zum Nachdenken an. Dennoch, ich bin gegen Doping und das wird so bleiben, ich verstehe jedoch auch nicht die Jagd nach den tausendstel Sekunden. Gruppendynamik im Rennen ist doch auch schön, gemeinsam etwas großes leisten und eine schöne Tour machen, ist es wirklich so wichtig, wer einen Wimpernschlag vor dem anderen ins Ziel kommt? Hat das etwas mit Leistung oder Können zu tun? Ist es nicht oft auch einfach nur Glück, weil beispielsweise der deutlich führende kurz vor dem Ziel stürzt. Ich vermisse da etwas den Sportsgeist.

 

  • Seite 299 „Kräftige Zähne“ von 2003, 2015 überarbeitet

Es wird immer kurioser, ab Seite 299 werden Gläser zerbissen und teilweise auch aufgegessen, ist die Welt nicht verrückt?  Man sieht die Szene, so plastisch von Tim Krabbé beschrieben, bildlich vor dem inneren Auge.

Die Youtube Links im Buch funktionieren leider nicht immer, möglicherweise wurden Inhalt entfernt oder die Links haben sich geändert, ein Buch ist eben doch nicht so dynamisch wie das Internet.

 

  • Seite 302 „Vino, Urán und Occam“ von 2014

Gab es im Jahr 2014 möglicherweise gekaufte Siege zwischen Vino, Urán und Occam. Tim Krabbé kommentiert und interpretiert die Rennszenen sehr lebhaft.

In der Tat, wie verwerflich ist es, wenn es monitäre oder eben auch nicht monitäre Leistungen zwischen den Beteiligten gibt. Die Rennen sind kommerziell, die Protagonisten auch, denn es ist ihr Beruf. Uns, dem Publikum, wird eine Show geboten, oftmals sicherlich dem Zufall überlassen, unter den Einflüssen der Tagesform, den Straßenverhältnissen, oder eben auch der Glücksgöttin Fortuna, es ist hier und da aber eben auch eine Inszenierung. Das gibt es sicherlich nicht nur im Radsport und schon daran erkennt man, man sollte Wettbewerbe/Rennen wohl nicht zu ernst nehmen.

Ich habe da ohnehin meine sehr spezielle persönliche Meinung, bin kein Fan, weder von einem Team, noch von einzelnen Fahrern. Ich schaue mir Radrennen an, weil sie eine ästhetische Darbietung sind, filigrane Rennmaschinen, von drahtigen Athleten kraftvoll bewegt. Gewinner interessieren mich nicht, ich merke sie mir auch nicht, wäre ich Veranstalter, bekäme jeder einen Preis, analog zum olympischen Motto, „dabeisein ist alles“. Jeder Teilnehmer hat eine großartige Leistung erbracht und die Nuancen, die über einen Gewinn oder Verlieren entscheiden, resultieren oft aus Glück, den äußeren Umständen, oder eben einer mehr oder weniger guten Inszenierung.

 

  • Seite 310 „Radsportbrettspieltheorie“ von 2015

Abschließend möchte ich nun noch diesen Beitrag erwähnen, hier geht es um Brettspiele zum Radsport. Mir war bisher nicht bekannt, das es so etwas gibt, aber es gibt sie, man muss sie nur finden…

 

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