Innovation in Marburg, die „Grüne Welle“ für Radfahrer im Test

Am 26. Oktober 2016 berichtete meine regionale Tageszeitung, der Gießener Anzeiger, über ein interesantes Projekt in Marburg, die „Grüne Welle“ für Radfahrer, gesteuert über eine App.

Marburg an der Lahn, in Mittelhessen, ist eine alte Universitätsstadt mit aktuell rund 72.000 Einwohnern, der studentische Anteil ist sehr hoch, viele Einwohner nutzen das Fahrrad als Verkehrsmittel.

Nun sind in Marburg und im Marburg herum nicht nur viele Fahrräder unterwegs, es sind auch viele Kraftfahrzeuge im Verkehr unterwegs, geregelt wird das oftmals über Ampelanlagen und damit komme ich zum Kern dieses Beitrags.

Der Praxisversuch in Marburg war relativ klein skalisiert, 15 Probanden konnten 2 Wochen lang an dem Test auf der 700m langen Teststrecke teilnehmen. Die Testrecke befand sich am Erlenring, seche Kreuzungen befinden sich auf der Teststrecke, bisher musste die Radfahrer durchschnittlich an drei Ampeln stoppen.

Ausgestattet mit der SiBike App von Siemens auf dem Smartphone, bekommt der Radfahrer bei Annäherung an eine Ampel in vielen Fällen die „Grüne Welle“ geschaltet, Siemens möchte damit die Stopps an Ampeln um etwa 30% reduzieren.

Die App greift auf das GPS im Smartphone zurück und ermittelt dessen Position, zudem kommuniziert die App mittels Funk mit der Ampelanlage. Erkennt die Ampel nun, dass sich ein Radfahrer nähert und lässt es die Verkehrslage zu, schalte die Ampel dem Radfahrer die „Grüne Welle“.

Ich kenne eine ähnliche gelagerte Lösung bisher nur von Stadtbussen, wo ich an der Seitenwand in Dachnähe kleine runde Fensterchen entdecke, während an Ampelmasten in gleicher Höhe auch Kästchen mit einer roten Scheibe angebracht sind. Ich habe mich näher dafür interessiert, mag aber vermuten, dann mittels Infrarotlicht rein optisch der Bus mit der Ampel kommuniziert, um damit Vorfahrt geschaltet zu bekommen.

Nun gibt es aber wiet mehr Radfahrer als Stadtbusse, ob die Siemens Lösung also wirklich eine gute Idee ist? Sehr interessant ist sie in jedem Fall, aber diese Lösung einmal großräumiger installiert werden und von vielen Radfahrern benutzt werden, kann die Ampelanlage dann noch einzelne Radfahrer bevorzugen? Ich kann es mir nicht vorstellen, aber denn wertet man vielleicht eher den Strom der Radler aus, wo bewegen sich viele in eine Richtung, so könnte man die ungehindert passieren lassen.

Ich bin sehr darauf gespannt, ob dieses Projekt jemals die Serienreife und damit einen flächigen Einsatz erreichen kann und wird, vorstellen kann ich es mir.

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