Felgenbremse vs. Scheibenbremse am Rennrad

Angeregt durch den Detektor.FM Podcast „Antritt“ mache ich mir meine eigenen Gedanken zu Scheibenbremsen am Rennrad. Jens Klötzer vom Tour Magazin kommentiert die Diskussion zu den Scheibenbremsen am Rennrad, der Beitrag ist auch bei Detektor.FM nachzulesen.

Der Welt Radsport Verband UCI macht naben vielen anderen Aufgaben, auch Vorgaben, welche Räder an welchen Wettbewerben teilnehmen dürfen, er definiert also des Reglement, zur Wahrung der Chancengleichheit, Unfallschutz und vieler anderer Aspekte. Sicherlich gibt es hier auch Einflüsse der Lobbyisten und so ist anzunehmen, dass durch den Einsatz von Scheibenbremsen am Rennrad der Markt belegt werden könnte.

Eine Nachrüstung auf Scheibenbremsen ist nur schwer möglich, an sich sind es verschiedene Räder, so könnte man sicherlich viele neue verkaufen.

Nun gut, es mag ein Aspekt sein, da ich aber weder Händler noch Hersteller bin, interessiere ich mich für diesen Aspekt eher weniger. Kürzlich erwarb ich auch mein neues Rennrad und selbstverständlich entschied ich mich wieder für Felgenbremsen. Die Gründe für diese Wahl sind eher subjektiv, ästhetisch, klassisch geprägt.

Ich fahre auch Räder mit Scheibenbremsen und möchte sie dort nicht missen, die Bremsleistung ist spürbar besser und zudem ist weniger Druck auf den Bremshebel erforderlich, andererseits besteht aber auch die Gefahr des Überbremsens, was zum Sturz führen kann.

Als eher vorsichtiger Radfahrer und im stetigen Wechsel zwischen verschiedenen Rädern ist das für mich kein Problem, denn mir ist klar, wo ich fester zugreife und wo eben nicht. Da sich nun meine Fahrleistung auf verschiedene Räder verteilt, ist der Felgenverschleiß beim Einsatz von Felgenbremsen nicht wirklich ein Thema für mich, für den Vielfahrer aber sicherlich schon.

Wenn ich mir nun vorstelle, ich würde mir einen richtig hochpreisigen Satz Laufräder kaufen, so würde ich sicherlich überlegen,  welche Laufleistung diese haben, wann die Felgenflanken zu dünn sind, um noch Sicherheit zu bieten, die Felgen müssten dann ausgetauscht werden.

Mein altes Stevens Rennrad mit einer mir unbekannt hohen Laufleistung nähert sich diesem Punkt, der Verschleiß an den Felgenflanken ist erkennbar, nach Aussage meines Händler aber noch im unkritischen Bereich, die längste Zeit sind sie aber gelaufen, irgendwann steht ein Austausch an.

Hinsichtlich der Bremsleistung kann ich mich bei den von mir gefahrenen Felgenbremsen nicht beschweren, vom 16″ Faltrad bis hin zum hochwertigen Carbon Rennrad. Kern dessen ist, die Bremsbeläge müssen unbedingt auf die Felge abgestimmt sein, nur so ist eine optimal Bremsleistung zu erzielen. Lediglich auf einem meiner Roller habe ich noch nicht die optimale Abstimmung zwischen Bremsbelag und Felge gefunden, er bremst leider nur mäßig mit den Erstausstattungsbremsbelägen und verschiedene andere waren nur unwesentlich besser, hier muss ich noch nachbessern.

Bei Scheibenbremsen sieht das kaum anders aus, auch hier sollten die Bremsbeläge auf die Scheiben abgestimmt sein, doch auch die Bremsbelagstärke ist nicht zu vernachlässigen, wie ich kürzlich an meinem Cyclocrosser erfahren musste, die Bremsleistung schwand binnen kurzer Zeit sehr deutlich, mit neuen Bremsbelägen bremst das Rad nun wieder optimal.

Dies als meine persönliche technische Betrachtung und ich stelle fest, Scheibenbremsen bremsen besser und schonen die Laufräder, für Passfahrten dürften sie optimal sein. In der Regel werden Scheibenbremsen auch etwas schwerer als Felgenbremsen sein, doch wer jagt schon jedem Gramm nach, wenn es um Sicherheit und Fahrdynamik geht.

Die UCI hat noch einen anderen Aspekt im Auge, die Unfallgefahr, genauer gesagt die Verletzungsgefahr an scharfkantigen oder heißen Scheibenbremsen. Im Profi Sport ist das sicherlich ein Thema, man fährt dicht gedrängt und betont schnell, immer wieder kommt es auch zu Unfällen oder gar Massenunfällen, bei denen man sich an den Bremsscheiben schwerwiegend verletzen kann.

Ich bin kein Profi und kann es nur aus der Perspektive des Zuschauers betrachten, aber eben aus dieser auch nachvollziehen, die Verletzungsgefahr dürfte wirklich größer sein. Hinzu kommt, Profis verwenden auch teilweise verkleidete und teilintegrierte Felgenbremsen, aus Gründen der Aerodynamik, diese sind noch ungefährlicher, da kaum mehr zugängig, im Vergleich zur offen montierten Felgenbremse.

Mich stört aber auch die Optik der Scheibenbremsen am Rennrad, aber eben auch nur dort, am Crosser sind sie sinnvoll und angemessen, am MTB quasi unverzichtbar, ich fahre sie aber auch auf den Liegerad und an einem Urban Bike.

Nach meiner persönlichen Haltung gehören Scheibenbremsen nicht an ein Rennrad, aber die Zeit wird es bringen, ob sie dennoch kommen. Die Schaltung wanderte auch vom Unterrohr an den Lenker und manch anderes wurde modernisiert, warum sollte das nicht auch für die Bremsen gelten. Ich habe mich für Felgenbremsen entschieden und bin mit dieser Entscheidung höchst zufrieden, für meinen Einsatzzweck und mein Stilempfinden sind sie optimal.

Wenn sich nun der ambitionierte Radsportler ein Rad kaufen möchte und auch an Rennen teilnehmen möchte, ich die Bremsenfrage durchaus nicht zu vernachlässigen, hier würde ich derzeit keine Scheibenbremsen kaufen, die Gefahr die Zulassung zu verlieren wäre mir zu groß. Ich bin Freizeitsportler, für mich spielt das keine Rolle, auch wenn auf meinem Rad die UCI Zulassung aufgedruckt wurde, ich benötige sie nicht.

Eine kleine Erfahrung noch aus dem Urlaub in den Niederlanden, ich konnte mit meinem 16″ Faltrad ja gut bremsen, aber die dort verbreiteten Rollenbremsen und Trommelbremsen sind für mich nicht akzeptabel, hatte hier eine kurze Runde auf einem Mietrad gedreht, einem der gängigen 3-Gang Hollandräder, die Bremsleistung lag weit unter meinen Erwartungen. Nun ja, sie sollen pflegeleicht sein, aber Felgenbremsen sind das auch und sogar noch etwas günstiger, wenn es um den Preis geht.

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