Cyclocross oder Gravel Bike? Ein Definitionsversuch…

Ich höre gerne Podcasts, aus verschiedenen Bereichen, so war heute die aktuelle Ausgabe „Antritt“ Januar 2016 von Detektor.FM dran. Der Reigen der Themen war wieder vielfältig und interessant, kommentiere möchte ich an dieser Stelle aber den Beitrag zu den Gravel Bikes.

Um ehrlich zu sein, ich bin irritiert, sehr irritiert.

Was genau ist denn nun der Unterschied zwischen Cyclocrossern und Gravel Bikes? Beide sind einen Variante des Rennrads und dafür konstruiert, auch abseits des Asphalts unterwegs zu sein.

Bisher verband ich damit Cyclocrosser, unabhängig davon, wie diese bereift sind. Manchmal haben sie recht grobe Stollenreifen, manchmal weniger profilierte „breite“ Reifen. Ich setze auf letzteres, fahre auf meinem Rad die Specialized Trigger Sport Reifen. Sie genügen für moderates Gelände und Feldwege, bei Matsch/Schlamm wären sie aber überfordert.

Nun bin ich sicherlich kein Einzelfall mit meiner Reifenwahl, einige Crosser sind damit unterwegs, insbesondere dann, wenn man keine Schlammschlachten austrägt, auch Asphalt befährt und flott unterwegs sein will.

Andere Aspekte sind die Anordnung des Tretlagers, hier soll der Crosser mehr Bodenfreiheit im Gelände bieten, aber ist das wirklich der Fall? Augenscheinlich eher nicht, ich erkenne da bei verschiedenen Rädern nicht wirklich Unterschiede, gleiches gilt für die Sitzposition, die beim Gravel Bike, etwas entspannter sein soll, tourentauglicher.

Gravel Bikes werden auch Allroad Bike genannt, können auch für Pendler als flottes Alltagsrad oder für sportliche Radtouren interessant sein, während das Cyclocross eher im Gelände unterwegs ist, gerne auch bei Wettbewerben.

Nachdem ich nun die aktuelle „Antritt“ Folge gehört habe, drängt sich mir der Verdacht auf, dass sich die Radtypen wenig unterscheiden.

Kreatives Marketing der Fahrrad Branche bewirbt nun Gravel Bikes als den neuen Trend, aber hatten wir diese nicht schon, damals als Cyclocross bekannt? Fest steht, mein Rad wird von Bianchi als Cyclocross Rad vertrieben, aber ist es das wirklich? Ich denke nein.

Gravel, also Schotter, definiert kantig gebrochene Körner von 32-63mm. Wenn ihr mal im Garten oder am Bau gewerkelt habt, beispielsweise als Unterbau für einen Gartenweg, dann habt ihr eine Vorstellung, wie grob 32/63 Schotter ist, insbesondere dann, wenn er nicht verdichtet ist, also lose aufgebracht wird. Mit meinem Crosser möchte ich darauf nicht fahren, mir genügen befestigte Feldwege und Feinsplit, dafür seine meine Reifen gedacht und ich kann solche Wege gefahrlos und flott befahren.

Mein anderes Problem und Nutzungsbereich des Crossers sind verschmutzte asphaltierte Wege, gerne auch mit nassem Laub belegt. Ängstlich und vorsichtig wie ich bin, fahre ich da besonders umsichtig, auch mit den groben MTB Reifen, aber mit meinen Crosser noch mehr, denn meine Reifen sind nur wenig profiliert.

Wenn ihr Lust habt, hört bei Detektor.FM mal rein, über Kommentare dazu würde ich mich freuen.

Manche Begriffe verschwimmen, Marketing blendet uns Verbraucher gelegentlich mit immer neuen Begriffen für ähnliche Produkte, ist das wirklich nötig?

Was auch immer mein Rad sein mag, für mich ist es ein Crosser mit einem deutlichen Bezug zum Rennrad und so nutze ich das Rad auch.

 

 

 

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