Radfahren auf der „freien Rolle“

Radsport in freier Natur kommt im Winter an die Grenzen, insbesondere mit Slick Reifen. Mit dem MTB bin ich noch draußen unterwegs, mit den anderen Räder nicht, ich möchte sie auch vor dem Salz schützen, sie schonen, den Wert erhalten, zudem haben die meisten Räder keinen Schutzbleche/Kotflügel.

Wie dem auch sei, seit etwa 8 Jahren habe ich eine Tacx Rolle im Keller stehen, bisher unbenutzt.

Damals hatte ich den Gedanken, mit meinem 20″ Tieflieger-Rennrad im Winter darauf zu trainieren. Daraus wurde nichts, denn einerseits fehlt mir der Gleichgewichtssinn, um mit einem Tieflieger-Rennrad frei auf der Rolle zu fahren, ohne Fixierung, andererseits scheiterte ich am Frontantrieb des Liegerads.

Ich hatte die Rolle schon fast im Keller vergessen, im letzten Jahr nahm ich sie mal einem Kollegen mit, der es mit seinem Rennrad darauf versuchen wollte, doch er scheiterte auch. So einfach die Handhabung der Rolle in einschlägigen YouTube Video auch aussieht, im realen Leben ist das alles andere als einfach.

Auf die Handhabung der Rolle gehe ich in einem späteren Blogeintrag noch auf, ich werde das Thema noch etwas ausarbeiten.

Um es zunächst kurz zu machen, kürzlich gab mir ein grippaler Infekt die Chance, es mal wieder zu versuchen, ganz ohne Belastung. An Ausdauersport war in den letzten Wochen nicht zu denken, obwohl ich wieder zur Arbeit ging, aber der Arzt riet mir, keine Schädigung des Herzmuskels zu riskieren, noch mindestens eine Woche zu pausieren.

Ich habe mich geschont, aber belastungsfreie Technikübungen auf der Rolle wollte ich probieren, angeregt durch die Eurosport Übertragungen des Bahnradsports, wo sich die Fahrer auf der Rolle aufwärmten.

Eine naheliegende Idee war, die Rolle in einen Türrahmen zu stellen, Rad drauf und dann mal schauen, ob ich mich auf dem Rad halten kann. Ich konnte es natürlich nicht, denn die erste Hürde war der zu hohe Sattel. Auf der Straße ideal eingestellt, aber auf der Rolle viel zu hoch, da das Rad ja nicht auf dem Boden steht, sondern etwa 5-6cm darüber, auf den Rollen. Ich senkte den Sattel etwas ab und fühlte mich etwas wohler, stützte mich mal links und mal rechts am Türrahmen ab, kam aber nicht davon los, konnte also nicht frei fahren.

Einige Versuche später gelange es mir dann für wenige Sekunden, frei im Türrahmen zu fahren, ich hielt mich aber immer wieder an.

Dran bleiben!

Etwas später gelang es mir dann, eine Minute frei zu fahren, immer noch im Türrahmen, dann auch mal zwei Muten, beides war aber sehr wackelig und verspannt, wie auch mental anstrengend.

Heute fahre ich auf der Rolle 20min und knapp über 10km mit meinem Schindelhauer Viktor Fixie, also mit fester Übersetzung und starrem Antrieb, denn das Rad hat keinen Freilauf. Ich bin noch unsicher, aber wird langsam, ich empfinde es aber weiterhin als mental sehr anstrengend, muss sehr konzentriert auf der Rolle fahren.

Mit meinem Versuche möchte ich zur Nachahmung anregen, probiert es mal, so eine Tacx Rolle bekommt man inzwischen ab etwa 120€, sie ist damit günstiger als die gängigen Rollentrainer für ein eingespanntes Hinterrad, zudem trainiert die freie Rolle ungemein das Radgefühl, mir einem sehr realistischen Fahrgefühl, andererseits ist die Rolle aber auch nicht gebremst, dennoch kann man sich damit belasten, ich beginne nach etwa 15min deutlich zu schwitzen, fahre flott darauf und gehe auf einen 140er Puls und auch etwas darüber.

Zunächst bleibe ich beim Fixie, meine Zielsetzung ist es aber auch, mit dem Rennrad ebenso darauf zu fahren, mit Schaltung und Rennlenker, es wird vermutlich etwas schwieriger sein, denke ich mir.

 

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