Laufen, meine erste Trail Erfahrung auf Menorca

Ich reiste kürzlich für eine Woche nach Menorca, etwas Entspannung und ein kleiner „Klimawandel“ war der Plan.

Der Zeitraum war günstig gewählt, in Deutschland war es kalt und nass, auf Menorca hatte ich etwa 20-26 Grad und weitgehend sonniges Wetter, lediglich die letzten beiden Tage waren etwas unbeständig.

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Nun möchte ich hier nicht über das Wetter plaudern, denn Wetter gibt es überall, bei Tag und bei Nacht, mal besser und eben auch mal schlechter. Ich laufe ja nun auch gerne mal, obwohl mein Schwerpunkt eher beim Fahrrad und auch beim Tretroller liegt, aber der Wechsel der Laufuhr im Sommer brachte mich dem Laufen wieder näher, denn ich entdeckte darauf einen ansprechenden Trainingsplan für einen 10km Lauf. Mit anderer Worten, ich habe meine Fahrräder und Tretroller in den letzten Monaten etwas vernachlässigt und lief jede Woche meine 4 Trainingseinheiten, hatte auch richtig Freude daran.

Nun im kurzen Urlaub auf Menorca angekommen, interessierten mich die Miet-Fahrräder eher nicht, aber ich war viel auf den Beinen, Spaziergänge, Fotos machen etc., aber eben auch Laufen. 3 Läufe mit jeweils 4-6km habe ich unternommen, mit einem Laufgefühl, wie ich es bisher nicht kannte. Ich führe das nicht nur auf das tolle Panorama zurück, denn ich war auf dem alten Küstenpfad „Camí de Cavalls“ unterwegs. Der Küstenpfad führt rund um die Insel, ich befand mich auf der Teilstrecke im Südosten der Insel, bei Punta Prima.

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Der „Camí de Cavalls“ ist hier unten im Südosten der Insel etwas holprig, felsig, nichts für leichte Schuhe, ein solider Wanderschuh ist hier nützlich, ich ging hier aber auch mit meinen Trekking-Sandalen viel Spazieren.

Ich wusste nicht was mich erwartet, so nahm ich meine Straßen-Laufschuhe Asics Gel-Kayano 20 mit in den Urlaub, aber mit einer solchen Wegstrecke hatte ich nicht gerechnet. Andererseits, Waldwege laufe ich zu Hause mit meinen Salomon XR Mission Schuhe, doch der wäre hier auch nicht optimal gewesen, die Sohle ist zwar gut profiliert, aber leider nicht aus Gummi, daher bei Nässe rutschig. Kürzlich erst habe ich diese Erfahrung auf nassem Asphalt mit den XR Mission Schuhen gemacht, die Asics waren noch nass, so bin ich ersatzweise mit den XR Mission auf Asphalt gelaufen. Bei jedem Schritt rutschte die Kunststoffsohle leicht, es war kein schönes Laufgefühl, der Asics Gel-Kayano 20 kann das sehr viel besser, er rutscht nicht, auch nicht bei Nässe, deshalb verwende ich ihn auch mit dem Tretroller, wo ich am Schuh gute Traktion benötige.

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Nun lief ich ja auf Menorca viel auf Fels, teils glatt und etwas rutschig, teils auch kantig schroff, oder eben auch verdichtete Erde und etwas Sand. Der erste Lauf war bei trockener Witterung, sonnig und warm, am späten Nachmittag, die Sonne sank schon tiefer, über dem Wasser eine tolle Lichtspiegelung und sattes azur blau. Die Hecken und Büsche auf dem Festland wirkten in diesem Licht auch saftig grün, dazu der hohe Kontrast der Felsen, auch durch deren feines Schattenspiel. Um es vorweg zu nehmen, beim zweiten Lauf hatte ich noch etwas Nässe, es hatte in der Nacht etwas geregnet, der Boden war noch leicht feucht, trotz der Gummisohlen der Asics Gel-Kayano 20 Schuhe rutschte ich etwas und musste nun besonders konzentriert laufen, durfte mir keinen „Fehltritt“ leisten, wollte nicht stürzen. Es ist mir gelungen, ohne Blessuren kam ich zurück zum Hotel, aber der eine oder anderen stolprige Schritt war unvermeidbar, für diese Bodenverhältnisse fehlt mir das Training.

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Doch wie empfand ich den ersten Lauf in dieser tollen Urlaubsatmosphäre? Toll, beeindrucken, ein unbeschreibliches Gefühl. Den Lauf habe ich anstrengend empfunden, nur wenige Schritte konnte ich „normal“ setzen, fast immer musste ich sehr konzentriert auftreten, um nicht zu stolpern oder rutschen, zu stürzen. Ich schaute sehr konzentriert vor meine Füße, musste teilweise auch leicht springen, um eine Felskante zu treffen, die einen griffigen Tritt versprach. Eine solche Strecke bin ich niemals zuvor gelaufen, mehr als befestigte Feldwege gab es bisher nicht, so konnte ich nicht von Anforderungen sprechen. Hier nun völlig neue Gegebenheiten, man sagt wohl Trail-Run dazu. Selbst heute, fast 2 Wochen später, bin ich von dieser Laufstrecke noch beeindruckt, ein unvergleichliches Laufgefühl, zu dem sicherlich aber auch die mediteran-martime Umgebung beigetragen hat. Ein Trail-Lauf in heimischen Wäldern ist bestimmt auch reizvoll, über Stock und Stein, aber bisher war das nicht mein Ding und das wird sicherlich zunächst so bleiben, ich konzentriere mich nun wieder mehr auf befestigte Wege.

Auf Menorca habe ich das heimische Tempo unter diesen Gegebenheiten nicht halten können, zumal es auch Auf- und Abstiege gab, die vorsichtig gelaufen werden wollten. Mein Puls lag deutlich höher als zu Hause, aber ich kam dennoch mehr als zufrieden, über einen so schönen Lauf, zu meinem Apartment zurück.

Solltet ihr mal in eine vergleichbare Gegend kommen und bisher keinen Trail gelaufen sein, versucht es! Ich bin Lauf-Einsteiger, aber ich habe es gut überstanden, so übersteht ihr das auch und mein Glücksgefühl sucht euch dann bestimmt auch heim.

Es waren sensationelle Läufe, so freue ich mich nun auf den nächsten Urlaub im Frühjahr in den Niederlanden, ich bin dann im Südwesten an der Küste, dort läuft es sich auch hervorragend, auf Asphalt und auch im Sand am Strand, dort rollere ich aber auch gerne, so wie es auch viele Niederländer tun, während man in Deutschland ja nur wenige Tretroller sieht.

 

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